Dr. van Quekelberghe
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Medizin im Fokus · Depression

Therapieresistente Depression: Welche Möglichkeiten bieten rTMS und Esketamin?

Wenn eine Depression trotz sorgfältig durchgeführter Behandlungen fortbesteht, stellt sich die Frage nach anderen therapeutischen Wegen. Aus meiner Sicht verdienen dabei insbesondere die repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS) und Esketamin eine differenzierte Betrachtung.

Wenn bewährte Behandlungen nicht ausreichend helfen

Depressionen sind gut behandelbar, aber nicht jede Patientin und jeder Patient spricht auf die erste Therapie an. Von einer therapieresistenten Depression wird gesprochen, wenn ausreichend dosierte und ausreichend lange durchgeführte Behandlungsversuche nicht zu einer genügenden Besserung geführt haben. Vor der Einordnung als Therapieresistenz sollte deshalb immer geprüft werden, ob Diagnose, Begleiterkrankungen, Dosierung, Behandlungsdauer und Therapietreue stimmig sind.

rTMS: gezielte Neurostimulation ohne Narkose

Bei der repetitiven transkraniellen Magnetstimulation werden bestimmte Bereiche der Großhirnrinde durch wiederholte Magnetimpulse stimuliert. Die Behandlung erfolgt bei wachem Patienten und ohne Narkose. Besonders bei depressiven Erkrankungen kann rTMS eine zusätzliche Option sein, wenn medikamentöse oder psychotherapeutische Behandlungen nicht ausreichend wirksam waren oder nicht gut vertragen wurden. Entscheidend ist eine geeignete Indikationsstellung und eine Behandlung über eine ausreichende Zahl von Sitzungen.

Esketamin: ein anderer pharmakologischer Ansatz

Esketamin greift anders in die Signalübertragung des Gehirns ein als klassische Antidepressiva. Es kann bei bestimmten Patientinnen und Patienten mit therapieresistenter Depression eingesetzt werden und wird unter medizinischer Überwachung verabreicht. Wegen möglicher vorübergehender Nebenwirkungen und der besonderen Anforderungen an Durchführung und Nachbeobachtung gehört die Behandlung in einen strukturierten ärztlichen Rahmen.

Nicht entweder – oder

Ich sehe rTMS und Esketamin nicht als konkurrierende „Wundermethoden“. Beide Verfahren erweitern vielmehr das therapeutische Spektrum. Welche Strategie sinnvoll ist, hängt unter anderem vom bisherigen Krankheitsverlauf, Vorerkrankungen, bisherigen Therapien, Verträglichkeit und den individuellen Präferenzen ab. Auch Kombinationen mit Psychotherapie und medikamentösen Verfahren bleiben Teil eines Gesamtbehandlungskonzeptes.

Meine Perspektive

Gerade bei langwierigen depressiven Erkrankungen ist es wichtig, Therapieresistenz nicht mit Aussichtslosigkeit gleichzusetzen. Gleichzeitig sollte jede neue Behandlung mit realistischen Erwartungen begonnen werden. Moderne Verfahren können neue Möglichkeiten eröffnen – ihre Stärke liegt aus meiner Sicht in einer sorgfältigen Auswahl und Einbettung in ein individuelles Behandlungskonzept.

Mehr zur rTMS in meiner Praxis


Dieser Beitrag dient der allgemeinen medizinischen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Untersuchung, Beratung oder Behandlung.

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